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Regierungspräsident Bernhard Pulver zieht Fazit über seinen Entwicklungsdialog Ressourcen stärken – Chancen packen

19. April 2018 – Medienmitteilung

Die Zukunft lässt sich gestalten und das Interesse an einer Vision für den Kanton Bern ist gross: Dies sind zwei zentrale Erkenntnisse aus vielen Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, welche Bernhard Pulver in seinem Präsidialjahr im Rahmen seines Entwicklungsdialogs gewonnen hat. Der Kanton Bern soll neben seiner führenden Rolle im Medizinalbereich die heutigen Stärken pflegen und bestehende Potenziale – z. B. in der Präzisions- und Uhrenindustrie sowie im Bereich Big Data – stärker nutzen.

Regierungspräsident Bernhard Pulver hat den von ihm im letzten Juni initiierten Dialog über die künftige Entwicklung des Kantons abgeschlossen. Dabei wollte er herausfinden, wie der Kanton den Megatrends der Gegenwart begegnen soll und wie er die Herausforderungen an das Gemeinwesen künftig meistert. Der Dialog sollte auch aufzeigen, wo und wie Bern eine höhere Wertschöpfung erzielen und so das Ressourcenpotenzial des Kantons stärken kann.

Die Gespräche mit Wissenschaftlern, Wirtschaftsfachleuten, Zukunftsforschenden, Leuten aus der Kreativwirtschaft, Studierenden und politisch aktiven Personen aus allen Teilen des Kantons haben Bernhard Pulver aufgezeigt, dass es eine überwiegende Mehrheit der Dialogpartner begrüsst, wenn der Kanton eine Vision entwickelt und strategische Ziele definiert. Dieses Vorgehen wird Kräfte freisetzen und es dem Kanton ermöglichen, seinen Platz in der Spitzengruppe der innovativsten Volkswirtschaften zu erhalten und den Herausforderungen der technologischen Veränderungen von Wirtschaft und Gesellschaft zu begegnen. Eine Vision für den Kanton muss nach Auffassung der Dialogpartner neben den wirtschaftlichen auch gesellschaftliche und ökologische Aspekte berücksichtigen und es dem Kanton ermöglichen, sich flexibel auf neue Entwicklungen auszurichten.  

Politik hat Gestaltungskraft

Der Entwicklungsdialog hat Regierungspräsident Bernhard Pulver darin bestärkt, dass die Gestaltungsmöglichkeiten der Politik nicht unterschätzt werden dürfen. Der Staat kann zwar Entwicklungen nicht verordnen oder bestimmen, er kann sie aber gestalten, so die Erkenntnis. Wie verschiedene Beispiele zeigen, haben staatliche Entscheidungen und Fördergelder technologische und wirtschaftliche Entwicklungen massgebend beeinflusst. Dazu kommt, dass die Digitalisierung zahlreiche rechtliche, soziale und ethische Fragen aufwirft, denen sich das Gemeinwesen nicht entziehen kann.

Medizinalstandort als zentrale Entwicklungsachse

Die Dialogpartner haben gegenüber Bernhard Pulver das Ziel des Kantons bestätigt, Bern als führenden Medizinalstandort zu positionieren. Das Beispiel veranschaulicht, dass eine konsequente Strategie grosse Entwicklungsschritte möglich macht. Für die Dialogpartner war klar, dass dieser vielversprechende Ansatz weiterentwickelt werden muss. Ausgehend vom Medizinalstandort Bern lassen sich Brücken schlagen, unter anderem zur Präzisionsmedizin und zur vermehrten Nutzung von Patientendaten für die Präventivmedizin. Im Dialog wurde für den Kanton auch Potenzial beim Verbinden von Big Data, Netzwerkindustrien und Gesundheit geortet. Ausgebaut werden könnten auch die bisherigen Kompetenzen im Bereich Alter und Gesundheit.

Für die Dialogpartner war wichtig, dass Bern auf bestehenden Stärken aufbaut. Der Kanton soll jene Entwicklungen fördern, die eine hohe Wertschöpfung erzielen und die ein grosses Zukunftspotenzial ausweisen. Einig war man sich, dass Bern für eine solche Entwicklung gute Voraussetzungen mitbringt, da im Kanton zahlreiche hoch spezialisierte Unternehmen tätig sind, die in ihren Bereichen als global führend gelten und auf dem Weltmarkt Positionen und Nischen besetzen. Bedauert wurde, dass dem Kanton das Selbstbewusstsein eines wichtigen Industriestandorts fehlt.

Ökosysteme für Talente, Ideen und Kapital

Die Dialogpartner befassten sich auch mit der Frage, mit welchen konkreten Massnahmen das erkannte Potenzial des Kantons am besten gefördert wird. Für sie muss eine enge Zusammenarbeit zwischen Bildung, Gesellschaft und Wirtschaft die Basis bilden. Wenn die Stärken der Hochschulen durch Zusammenarbeit für das bestehende Potenzial der Wirtschaft genutzt werden, entstehen Ökosysteme, die Talente, Ideen und Kapital anziehen. Als Beispiel für die ideale Nähe der Wirtschaft zur Forschung und Entwicklung dient Sitem-Insel. Der Kanton Bern sollte in den nächsten Jahren weitere Plattformen dieser Art schaffen, wo Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung in konkrete Anwendungen in der Wirtschaft überführt werden können. Dazu wurden viele Ideen geäussert, wie zum Beispiel ein Laboratorium für Regulierungsfragen in Sachen Digitalisierung oder ein Zentrum für Cyber-Security. Bern hat auch gute Voraussetzungen, um ein Forschungszentrum rund um das Thema Alter aufzubauen. Im Bereich Medizinstandort bestehen viele Ideen, wie weitere Entwicklungen angestossen werden könnten.

Um die wirtschaftlichen Entwicklungen zu fördern, sollten sich Start-Up-Unternehmen mit der Wirtschaft und der Finanzwelt vernetzen können. Entsprechende Entrepreneurship-Plattformen in Hochschulen und Bildung wären dazu ein gutes Instrument. Der Staat seinerseits kann mit guten Bildungsangeboten, dem Ausbau von Verkehrs- und Kommunikationsinfrastrukturen, einfachen Verfahren und steuerlichen Massnahmen selber einen wertvollen Beitrag an die Entwicklung leisten. Bei der Raumentwicklung gilt es zu verhindern, dass Stadt-Land-Rivalitäten den Prozess erschweren, so die Hinweise aus dem Entwicklungsdialog.

Strategischer Prozess laufend justieren

In seinem Fazit aus dem Entwicklungsdialog weist Regierungspräsident Bernhard Pulver darauf hin, dass eine Exekutive die Zukunft aktiv gestalten kann und ein grosses Interesse an einer Vision für den Kanton Bern besteht. Er hofft, dass wichtige Erkenntnisse aus dem Entwicklungsdialog in irgendeiner Form in den Strategieprozess der Regierung für die neue Legislatur einfliessen. Sobald die Strategie steht, gilt es, das Geplante innerhalb von Politik und Verwaltung umzusetzen. Dies bedingt, dass die Regierung den Prozess eng begleitet und durch entsprechende Gefässe diese Strategiearbeit auf oberster Führungsebene selber trägt.

Bernard Pulver hat seine Erkenntnisse aus dem Entwicklungsdialog seines Präsidialjahres zusammengefasst und dem Regierungsrat in Form eines kurzen Berichts übergeben.

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